Drei Steige, ein Ausgangspunkt
Klettersteige am Dachstein
Wer in der Ramsau aufwacht, sieht sie zuerst: die Südwand des Dachsteins. Rund um den Berg liegen einige der bekanntesten Klettersteige der Ostalpen.
Drei davon starten am selben Parkplatz, eine kurze Autofahrt vom Pehab entfernt. Hier steht, welcher zu dir passt.

Erst üben: Kali, Kala und Kalo am Sattelberg
Du warst noch nie am Stahlseil? Dann fang nicht in der Südwand an. Am Sattelberg in der Ramsau liegen drei kurze Übungssteige: Kali (A/B), Kala (B) und Kalo (B–C).
Die Zustiege sind kurz, die Gehzeiten überschaubar. Hier merkst du schnell, wie sich Höhe und Ausgesetztheit für dich anfühlen.
Anna: der Einstieg in die Südwand
Der Anna-Klettersteig führt auf den Mitterstein (2.097 m). Er ist mit D bewertet, also schwer. Rund 300 Höhenmeter am Seil, steil und fast durchgehend, kaum Gehpassagen. Rechne mit etwa zwei Stunden im Steig.
Start ist die Talstation der Dachstein-Gletscherbahn auf rund 1.700 m. Von dort gehst du über die Dachstein-Südwandhütte in etwa 45 Minuten zum Einstieg.
Die Wand schaut nach Süden. An klaren Tagen kletterst du in der Sonne.
Johann: lang, steil, bis zum Gletscher
Oben am Mitterstein hast du die Wahl: absteigen oder weiter. Der Johann-Klettersteig schließt direkt an und zieht durch die Südwand bis zur Seethalerhütte am Gletscherrand. Bewertung D/E.
Anna und Johann zusammen sind ein langer, ernster Bergtag. Du brauchst Kraft in den Armen, Ausdauer und Erfahrung. Früh starten, Wetter genau prüfen.
Zurück ins Tal geht es mit der Gletscherbahn.
Sky Walk: kurz und extrem
Der Sky-Walk-Klettersteig ist das Gegenstück: nur 140 Höhenmeter, etwa eine Stunde. Dafür überhängend, sehr ausgesetzt und fast ohne Rastplatz. Bewertung D/E, er zählt zu den schwersten Steigen der Ostalpen.
Du fährst mit der Gletscherbahn hinauf und steigst rund 25 Minuten über einen versicherten Steig zum Einstieg ab. Der Ausstieg liegt direkt bei der Bergstation am Hunerkogel auf knapp 2.700 m.
Nur für sehr Geübte.
Wann, womit, mit wem
Die Saison reicht je nach Schneelage etwa von Mitte Juni bis Mitte Oktober. Im Frühsommer liegen in Zu- und Abstiegen oft noch Schneefelder.
Klettersteigset, Helm und Handschuhe sind Pflicht. Dazu ein ehrlicher Blick auf das eigene Können. Wenn du unsicher bist, geh mit Bergführer. An der Rezeption vermitteln wir Kontakte und wissen, wie die Bedingungen gerade sind.
Gut zu wissen: Mit der Schladming-Dachstein Card fährst du einmal in sieben Tagen kostenlos mit der Dachstein-Gletscherbahn.
Danach: Arme ausruhen
Nach dem Steig willst du Wärme. Der Wärmewald im Rooftop-Spa öffnet täglich ab 15 Uhr, der Pool hat 32 °C.
Von oben siehst du die Wand, in der du am Vormittag gehangen bist.
Hoch oben. Tief entspannt.